Fürstenwalde/Spree, 1. Juni 2010: Kriegsgewalt, getötete Nahestehende, Folter und Vertreibung: Viele Opfer, die vor solchen Geschehnissen aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, leiden weiter unter den körperlichen und seelischen Folgen des Erlebten. Für diese Menschen gibt es in Brandenburg die neue Behandlungsstelle für traumatisierte Flüchtlinge. Am 4. Juni 2010 wird sie mit einem Empfang im Rathaus von Fürstenwalde offiziell eröffnet.
Die Behandlungsstelle Fürstenwalde ist ein Projekt des Zentrums für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste (zfm), das in Berlin unter dem Dach des Zentrums ÜBERLEBEN organisiert ist. Die psychotherapeutische Einrichtung in Fürstenwalde wird in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Niederlausitz betrieben.
Irena Petzoldová, Leiterin der neuen Behandlungsstelle: "Überlebende von Krieg und Gewalt haben oft psychische Traumata, die sie auch lange Zeit nach dem Ereignis stark belasten." Diagnose und Ermittlung des Unterstützungsbedarfes seien ebenso zentrale Aufgaben der neuen Einrichtung wie die Behandlung und Betreuung traumatisierter und psychisch kranker Flüchtlinge.
Als Standort für die Außenstelle des zfm sei Fürstenwalde ausgewählt worden, weil es dort bereits Einrichtungen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge und damit geeignete Kooperationspartner gab, so die Psychologin und Psychotherapeutin weiter. Die Vernetzung der Akteure sei ein wichtiger erster Schritt.
Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Niederlausitz, das bei der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg für Asylsuchende in Eisenhüttenstadt eine Ermittlungsstelle für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge eingerichtet hat und Betroffene ggf. an die Behandlungsstelle weiterleitet.
Die Behandlungsstelle in Fürstenwalde wird hauptsächlich aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds finanziert. Auch das Land Brandenburg, die UNO-Flüchtlingshilfe, das Diakonische Werk Niederlausitz und der Landkreis Oder-Spree fördern das Projekt. Die Finanzierung ist zunächst für ein Jahr gesichert. Leiterin Petzoldová ist jedoch zuversichtlich, dass die Behandlungsstelle weiter ausgebaut wird. Ziel sei es, "in Fürstenwalde ein Kompetenzzentrum für die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen im Land Brandenburg zu etablieren".
Das Team der Behandlungsstelle in der Schlossstraße 6-7, zu dem auch eine Sozialarbeiterin sowie zwei Hilfskräfte gehören, steht in engem Kontakt zu Wohnheimen, Beratungseinrichtungen, Ärzt/-innen und Anwält/-innen. Besonders den Gesundheitseinrichtungen will man mit den gesammelten Erfahrungen des zfm aus der Arbeit mit Opfern von Krieg und Gewalt zur Seite stehen. Dafür sind auch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen geplant.
Seit Beginn des Projekts sind bereits rund 90 Flüchtlinge, Asylsuchende und Geduldete vom Team beraten, in Therapie aufgenommen oder an andere Fachstellen vermittelt worden. Aufgrund der begrenzten personellen Kapazitäten wird vorerst keine offene Sprechstunde angeboten, sondern es können nur Termine nach Vereinbarung vergeben werden.
Kontakt:
Irena Petzoldová
Leiterin der Behandlungsstelle, Dipl. Psychologin, psychologische Psychotherapeutin
Telefon: 03361 357 08 01
i.petzoldova@migrationsdienste.org
Ksenia Yakovleva
Koordinatorin, Sozialarbeiterin
Telefon: 03361 357 08 00
k.yakovleva@migrationsdienste.org
www.migrationsdienste.org
www.ueberleben.org
www.diakonie-niederlausitz.de









